Wirtschaft diskutiert die KI-Zeitenwende ? MIT-Vortrag bei Fiege im Hafen

Peter Laurenz Börgel, KI-Experte Michael Berndt und Felix Fiege. Peter Laurenz Börgel, KI-Experte Michael Berndt und Felix Fiege.

„Wer wartet, verliert…“

Münster, 20.05.2026 – Volles Haus bei der Firma Fiege am Mittelhafen: Am Dienstag diskutierten Unternehmer, Entscheider und politische Vertreter auf Einladung der MIT Münster das Thema Künstliche Intelligenz und die tiefgreifenden Veränderungen, die KI bereits heute auslöst. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag des KI-Experten Michael Berndt, der eindringlich vor einem Zögern bei dieser unausweichlichen Transformation warnte.

Die Veranstaltung im bis auf den letzten Platz gefüllten X-Dock machte deutlich: Das Thema Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsvision mehr – sondern eine akute Führungsaufgabe für Unternehmen, Politik und Verwaltung.

„Viele Unternehmen kaufen heute ein KI-Tool und glauben, damit sei die Aufgabe erledigt. Das Gegenteil ist der Fall“, sagte Berndt, der als Berater und Autor tätig ist. „KI bedeutet nicht, einen weiteren digitalen Baustein einzuführen. KI bedeutet, Prozesse, Organisationen und Geschäftsmodelle komplett neu zu denken.“

Dabei werde die Entwicklung vielfach unterschätzt. Die Technologie entwickle sich nicht linear, sondern exponentiell, teilweise hyperexponentiell! „Was heute noch wie ein Experiment aussieht, ist bereits morgen Standard“, sagte Berndt weiter. Unternehmen müssten deshalb jetzt beginnen, Erfahrungen aufzubauen und ihre Organisationen Schritt für Schritt anzupassen.

In einer lebhaften Diskussion mit den 90 Gästen wurde der KI-Experte auch beim Blick auf Verwaltung und Bürokratie deutlich. Ein Großteil standardisierter Verwaltungsprozesse könne künftig weitgehend automatisiert durch KI-Systeme abgewickelt werden – von Genehmigungsprozessen bis zur Bearbeitung von Anträgen. „Die technischen Möglichkeiten sind längst vorhanden“, sagte Berndt. „Die eigentliche Herausforderung sind häufig die Beharrungskräfte in bestehenden Systemen.“

Dabei stellte er eine provokante Frage in den Raum: „Wie lange werden Menschen noch akzeptieren, dass eine Baugenehmigung Monate dauert, obwohl sie theoretisch mit zwei Klicks erledigt sein könnte?“

Berndt stellte klar: „Künstliche Intelligenz wird Wertschöpfung, Arbeitsprozesse und Wettbewerbsfähigkeit massiv verändern. Gerade der Mittelstand muss anfangen, praktische Erfahrungen zu sammeln – jetzt, nicht irgendwann.“

KI sei längst kein reines Technologiethema mehr. Sie werde zunehmend zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standortfrage. Der Tenor des Abends, durch den der MIT-Vorsitzende Peter Börgel und Felix Fiege führten, war deshalb eindeutig: Nicht auf den perfekten Plan warten – sondern beginnen. Denn, so Berndt: „Wer wartet, verlier

KI Vortragsabend bei Fiege